„Hoch flexibel, dereguliert und unorganisiert“

„Hoch flexibel, dereguliert und unorganisiert“

Zur aktuellen Entwicklung prekärer Beschäftigung veranstaltete ARBEIT UND LEBEN Sachsen in Kooperation mit dem DGB Sachsen und der Friedrich-Ebert-Stiftung am 28.10.2010 eine Fachkonferenz, die aus Mitteln der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert wurde.

Über 100 Gäste, insbesondere Betriebs- und Personalräte, Jugend- und Auszubildendenvertreter, Vertreter der Wirtschaft und Gewerkschaften sowie Landtagsabgeordnete verfolgten die einleitenden Fachvorträge, beteiligten sich aktiv in drei spezifischen Foren und diskutierten mit den Gästen des Abschlusspodiums die Frage „Muss Politik für regulierte Beschäftigung sorgen?“. Auf dem Podium waren Martin Dulig, Landesvorsitzender der SPD Sachsen, Frank Heidan, Mitglied der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag, Regina Görner, Verstandsmitglied der IG Metall, Dr. Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden und Regine Posern, Betriebsratsvorsitzende von IKEA Dresden vertreten.

In dem Eröffnungsvortrag informierte Professor Dr. Klaus Dörre von der Friedrich-Schiller-Universität Jena anregend über die Entwicklung prekärer Beschäftigung in der Bundesrepublik. Dabei wies er auf neue Tendenzen unsicherer Beschäftigung und daraus resultierende aktuelle Herausforderungen für die Gewerkschaften hin. Sabine Engelmann vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Sachsen präsentierte im Anschluss Zahlenmaterial zur atypischen Beschäftigungssituation in Sachsen und bot damit Anlass für eine rege Diskussion. In einem anschließenden Interview bezog die Vorsitzende des DGB Sachsen, Iris Kloppich, unter anderem Stellung zu Fragen des gesetzlichen Mindestlohns, des Niedriglohnsektors in Sachsen, der bevorstehenden Arbeitnehmerfreizügigkeit und bewertete die Zunahme prekärer Beschäftigung aus Sicht der Gewerkschaften.

Anhand konkreter Beispiele aus der Praxis diskutierten die Anwesenden in den Foren „Leiharbeit“, „Akademische Prekarisierung“ und „Ausbildung / Übernahme“ die Herausforderungen, die sich mit atypischen Formen der Beschäftigung für die Gewerkschaften verbinden. Sie tauschten ihre persönlichen und betrieblichen Erfahrungen aus und diskutierten zukünftige Handlungsoptionen. Fachlichen Input gaben dabei geladene Referent und die Moderatoren. Die erarbeiteten Forderungen und Fragen konnten anschließend an die Vertreter der Regierungs- und Oppositionsparteien gerichtet werden.