2. Unternehmenstreffen im Erzgebirge

2. Unternehmenstreffen im Erzgebirge

„Beschäftigte mit Migrationshintergrund am Beispiel der WESOBA Werkzeug- und Sondermaschinenbau GmbH“

Zu diesem thematischen Schwerpunkt fand am 6. September 2017 das 2. Unternehmenstreffen im Erzgebirge von ARBEIT UND LEBEN Sachsen im Rahmen des Projekts „Willkommen! in Chemnitz – Willkommen! in Arbeit“ statt. Zusammen mit der Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH hatte der Verein Unternehmen der Region nach Schwarzenberg in die Geschäftsräume der WESOBA GmbH eingeladen.

Die Firma WESOBA GmbH hat vor sieben Jahren Herrn Agboku eingestellt. Für den Ingenieur aus Ghana war das eine große Chance. Doch es war nicht immer einfach: Die größte Hürde war anfangs die Sprache, vor allem die Dialekte. Seit zehn Jahren lebt er nun im Erzgebirge. Arbeit zu finden, stand auf einem ganz anderen Blatt. Viele Firmen haben ihn nicht eingeladen, obwohl es für seine Qualifikation großen Bedarf in der Region gibt. Zur WESOBA GmbH ist er über persönliche Kontakte gekommen. Anfangs gab es durchaus Vorbehalte seitens der Kolleginnen und Kollegen. Viel Unterstützung erhielt er dabei von Herrn Pfaff, dem Geschäftsführer der WESOBA GmbH sowie dem Produktionsleiter Herrn Rückschloß. Schließlich konnte er mit fachlichem Können sowie seiner freundlichen und offenen Persönlichkeit überzeugen, sodass Herr Agboku heute ein vollwertiges Teammitglied ist.

Im Rahmen der Veranstaltung berichtete er über seine Eindrücke und stellte sich den Fragen der teilnehmenden Geschäftsführenden und Personalverantwortlichen. Auch Herr Pfaff und Herr Rückschloß gaben wertvolle Anregungen und Erfahrungen an die Teilnehmenden weiter.

Unternehmer/-innen besichtigen einen Betrieb.

Insgesamt 20 Unternehmen waren zum Austauschtreffen gekommen. Weit mehr hatten sich angemeldet, konnten aufgrund der begrenzten Plätze jedoch nicht teilnehmen. Das Interesse am Austausch zu diesem Thema ist sehr groß, wenngleich bisher vergleichsweise wenige Unternehmen der Region ausländische Fachkräfte beschäftigen. Verschiedene Hindernisse wurden von den Teilnehmenden genannt. Viele Unternehmen haben das Gefühl, dass von Seiten der Arbeitsverwaltungen und der Politik gebremst wird. Viele Prozesse greifen nicht optimal ineinander und behindern die Beschäftigung. Desweiteren bereiten vielen Verantwortlichen das vermeintlich ausländerfeindliche Image der Region sowie fehlende Integrationsmöglichkeiten im privaten Umfeld der Migrantinnen und Migranten Sorgen. Viele ziehen eher in die Ballungsgebiete, wo sie eine bessere Infrastruktur und mehr Kontakt zu Landsleuten vermuten. Nach dem Gefühl der Teilnehmenden möchten wenige dauerhaft im Erzgebirge bleiben.

Die Veranstaltung ermöglichte den Unternehmen, Fragen und Handlungsoptionen zu diskutieren. Einige Unternehmen gaben Ihre positiven Erfahrungen weiter und ermutigten die Anwesenden, ihre Suche nach Beschäftigten auszuweiten. Auch der Vernetzungscharakter der Veranstaltung wurde rege genutzt. Die Wirtschaftsförderung Erzgebirge, ARBEIT UND LEBEN Sachsen sowie die Agentur für Arbeit stellten außerdem ihre Unterstützungsmöglichkeiten für Unternehmen vor.

Die Veranstaltung bot den beteiligten Unternehmen reichlich Gelegenheit, sich zur Thematik der Integration von Zugewanderten in Ausbildung und Arbeit auszutauschen und zu vernetzen. ARBEIT UND LEBEN Sachsen wird die Erfahrungen, Fragen und Anregungen aller Beteiligten in die Planung weiterer Veranstaltungen einbeziehen.

Das Projekt „Willkommen! in Chemnitz – Willkommen! in Arbeit“ wird aus Mitteln des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds kofinanziert.