Arbeitsmarktmentoren und Geflüchtete im Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie

Arbeitsmarktmentoren und Geflüchtete im Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie

Geflüchtete bei der Integration in eine Arbeit oder Berufsausbildung zu unterstützen, ist das Ziel von ARBEIT UND LEBEN Sachsen im Projekt Arbeitsmarktmentoren für Geflüchtete in Leipzig. Ein wesentliches Anliegen ist es dabei, Projektteilnehmende und Institutionen direkt miteinander in Kontakt zu bringen. Denn eine partnerschaftliche Kooperation kann nur aus einem intensiven Dialog entstehen. Erst durch das entsprechende Hintergrundwissen über die ansässigen Unternehmen und Institutionen können die Mitarbeiter/-innen entsprechende Bedarfe erkennen und als Dienstleister für Geflüchtete und Unternehmen agieren. Zu diesem Zweck führen die Arbeitsmarktmentoren gemeinsam mit den Teilnehmenden regelmäßige Unternehmensbesuche durch.

Am 2. November 2017 setzte ARBEIT UND LEBEN Sachsen im Projekt Arbeitsmarktmentoren für Geflüchtete in Leipzig daher ein bewährtes Veranstaltungsformat fort: Erneut konnten sich Geflüchtete mit einem Unternehmen austauschen und sich auf eine Arbeitsstelle bewerben. Diesmal nutzten sechs Teilnehmer/-innen die Gelegenheit, die Labore und Forschungsräumlichkeiten des renommierten Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie zu besichtigen und sich über die Möglichkeiten einer Ausbildung zum Biolaboranten bzw. zur Biolaborantin zu informieren.

Für ein besseres Verständnis der Arbeitsweise und des -ablaufes wurde die Veranstaltung mit einem Rundgang durch das moderne Haus eröffnet. Dabei konnten die Teilnehmer/-innen alle Bereiche des Forschungsinstitutes kennenlernen und durften selbst sensible Bereiche wie die Reinraum-Labore oder das experimentelle Kleintier-MRT besichtigen. Daran schloss sich eine Führung durch die Labore der Arbeitsgruppen Nanotechnologie und Impfstoff-Technologie durch die jeweiligen Arbeitsgruppenleiter an, welche sich ausführlich Zeit für die zahlreichen interessierten Fragen der Geflüchteten nahmen. Im Anschluss stand eine Vorstellungsrunde im Fokus: Alle Teilnehmer/-innen konnten sich präsentieren und über ihre Erfahrungen im Bereich der Labortätigkeit und ihre Pläne für eine Arbeitsaufnahme berichten. Dabei kamen auch die unterschiedlichen Lebensläufe zur Sprache, wobei die Vorkenntnisse von einem naturwissenschaftlichen Abitur bis hin zu langjähriger Arbeitserfahrung in einem syrischen Pharma-Unternehmen reichten. Die Arbeitsgruppenleiter hoben dabei anerkennend hervor, dass sie von den allgemein sehr guten Sprachkenntnissen angenehm überrascht waren.

Nach dem Auftakt am 18. August 2017 mit Unternehmer Claus Hansen, dem Inhaber von Hansen Obst, sowie dem Besuch einer Großbäckerei am 4. September, war dies nun bereits die dritte Veranstaltung dieser Art, die im Rahmen des Projekts Arbeitsmarktmentoren für Geflüchtete in Leipzig umgesetzt werden konnte.

Ziel des Veranstaltungsformats ist es, Unternehmen und Geflüchtete auf Augenhöhe miteinander in Kontakt zu bringen, um diesen einen schnellen Einstieg in die Berufswelt und eine gelingende Integration zu ermöglichen. Spontane Bewerbungsgespräche und kurzfristige Verabredungen zum Probearbeitstag, die sich im Rahmen der beiden Veranstaltungen bereits ergeben haben, bieten dafür eine gute Grundlage.

Das Modellprojekt wird durch das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit und Verkehr (SMWA) gefördert und läuft bis Oktober 2019. Die Arbeitsmarktmentoren stehen als Kontaktstelle für Geflüchtete und Unternehmen bereit.