Diskussionsveranstaltung: „Zurück zur Meisterpflicht?! Der Meisterbrief auf dem Prüfstand“

Diskussionsveranstaltung: „Zurück zur Meisterpflicht?! Der Meisterbrief auf dem Prüfstand“

Am Dienstag, den 12.09.2017, hatten die Handwerkskammer zu Leipzig, der DGB Region Leipzig-Nordsachsen und ARBEIT UND LEBEN Sachsen im Rahmen des Projekts „PerSe – Perspektive Selbstverwaltung“ zu einer Diskussion über die Wiedereinführung des Meisterbriefes für alle Gewerke eingeladen. Dabei sollten die Fragen nach Fachkräftemangel, Sozialpartnerschaft, Tarifbindung und Ausbildungsqualität eine besondere Rolle spielen.

Die Veranstaltung wurde durch Frank Schott, Geschäftsführer ARBEIT UND LEBEN Sachsen eröffnet. Zunächst stand ein Vortrag auf dem Programm, der von Anna Dollinger, Zimmermeisterin und Leiterin Handwerkspolitik beim DGB-Bundesvorstand, gestaltet wurde. Dollinger gab, ausgehend von ihren eigenen Erfahrungen im traditionellen handwerklichen Ausbildungsprozess, eine fundierte Einführung zum Thema der Veranstaltung.

Anschließend diskutierten Claus Gröhn, Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig, Stefan Körzell, geschäftsführendes Vorstandsmitglied DGB-Bundesvorstand und Silvio Glaser, seit 1992 Vorsitzender des Fliesenleger-Meisterprüfungsausschusses der Handwerkskammer zu Leipzig, unter Moderation von Thorsten vom Wege (MDR) zur Frage „Zurück zur Meisterpflicht?! Der Meisterbrief auf dem Prüfstand“.

Blick ins Publikum

Gröhn wies in seinem Redebeitrag nachdrücklich auf die qualitätssichernde Funktion der Meisterpflicht hin: Ein Meisterbrief sei auch heute noch ein verlässlicher Qualifikationsnachweis – sowohl in fachlicher als auch in betriebswirtschaftlicher und arbeitspädagogischer Hinsicht. Stefan Körzell teilte seine Einschätzung und kritisierte in diesem Zusammenhang die geplante Einführung der EU-Dienstleistungskarte.

Weitestgehende Einigkeit herrschte auf dem Podium auch darüber, dass die Vorteile einer soliden handwerklichen Ausbildung insbesondere im Hinblick auf die Nachwuchsgewinnung in der Öffentlichkeit stärker hervorzuheben seien. Entsprechende Ausführungen illustrierte Silvio Glaser anhand der in den letzten 15 Jahren stark rückläufigen Zahlen der Lehrlingsabschlüsse in seinem Verantwortungsbereich.

Nach dem Schlusswort von Mike Riemann, Vizepräsident der Handwerkskammer zu Leipzig, bot sich den über 50 Teilnehmer/-innen der Veranstaltung noch einmal die Möglichkeit, sich in lockerer Atmosphäre zu den Thematiken Meisterpflicht und mitbestimmte Selbstverwaltung im Handwerk auszutauschen.

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Das Projekt PerSe wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.