INTEGRATIV: Projektabschluss in Borna

INTEGRATIV: Projektabschluss in Borna

Am Mittwoch, den 8. November 2017, wurden im Bürgerhaus „Goldener Stern“ in Borna im Rahmen eines Fachgesprächs wirksame Wege aus der Langzeitarbeitslosigkeit diskutiert. Anlass bot der erfolgreiche Abschluss des Projekts INTEGRATIV, das ARBEIT UND LEBEN Sachsen seit 2015 in Kooperation mit der Weiterbildungsakademie Leipziger Land und mit freundlicher Unterstützung des Kommunalen Jobcenters Leipziger Land sowie der Gemeinde Neukieritzsch umgesetzt hat. Das Projekt wurde durch die Stiftung Neue Länder gefördert.

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Simone Luedtke, Oberbürgermeisterin der Stadt Borna und Frank Schott, Geschäftsführer von ARBEIT UND LEBEN Sachsen. Im Anschluss an das Grußwort von Henry Graichen, Landrat Landkreis Leipzig, wurde der Diskurs zu wirksamen Wegen aus der Langzeitarbeitslosigkeit durch drei Redebeiträge eingeleitet, die jeweils unterschiedliche Zugänge zur Fragestellung wählten.

Dr. Petra Gärtner im Gespräch mit Projektteilnehmerinnen

Frau Dr. Petra Gärtner, Fachbereichsleiterin Soziale Bildung/Fachkräfte bei ARBEIT UND LEBEN Sachsen, stellte mit einem Rückblick und Erfahrungen aus der Umsetzung von INTEGRATIV die Innensicht vor. Die Außensicht wurde von Frau Dr. Holle Grünert vom Zentrum für Sozialforschung Halle anhand der Ergebnisse der begleitenden Evaluation erläutert. Prof. Gerald Svarovsky, stellvertretender Vorsitzender der Landesvereinigung Sachsen der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Arbeit e.V. skizzierte schließlich im Rahmen seiner Ausführungen die Expertensicht auf die aktuelle Fragestellung.

Projektmitarbeiterin Kerstin Puschner ließ die Anwesenden an ihren vielfältigen Erfahrungen aus der Praxis teilhaben und zeigte im Anschluss einen kurzen Filmbeitrag, der die erfolgreiche Integration eines Projektteilnehmers in einen Handwerksbetrieb ansprechend dokumentiert. Anschließend wurden auf dem Podium anhand der bisherigen Erfahrungen wirksame Wege aus der Langzeitarbeitslosigkeit diskutiert.

Kerstin Puschner

Bernd Günther, Vorsitzender des DGB Stadtverbandes Leipzig, warnte vor einem sich verfestigenden Sockel von Langzeitarbeitslosen und warb für einen Schulterschluss von Gewerkschaften, Unternehmen und öffentlichen Körperschaften mit dem Ziel, Betroffenen gemeinsam einen Ausweg aus dem „Tal der Tränen“ zu ermöglichen. Elementar sei hierbei das Prinzip der Freiwilligkeit.

Dr. Ralph Egler, Direktor der Volkshochschule Leipziger Land, hob den individuellen Zugang des Projekts INTEGRATIV hervor. Insbesondere die Möglichkeit, intensiv auf die persönlichen Stärken und Schwächen der Teilnehmer/-innen einzugehen und auch bei privaten Problemen als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen, sei angesichts vielfältiger zielgruppenspezifischer Hindernisse von entscheidender Bedeutung.

Podiumsdiskussion

Jens Ranft, Fachbereichsleiter Integration im Kommunalen Jobcenter Landkreis Leipzig, hob mit dem Einzelcoaching und den Praxislernphasen zwei Elemente des modular strukturierten Projekts hervor, die in hohem Maße dazu beitragen, die Motivation der Langzeitarbeitslosen kontinuierlich zu steigern und eine nachhaltige Integration ins Arbeitsleben vorzubereiten.

Andreas Knoll beteiligt sich an der Diskussion

Frank Schott, Geschäftsführer von ARBEIT UND LEBEN Sachsen, forderte sozialversicherungspflichtige aus Bundesmitteln finanzierte Beschäftigungsverhältnisse im öffentlichen Sektor für Langzeitarbeitslose, deren Integration in den ersten Arbeitsmarkt trotz kontinuierlicher Bemühungen im Rahmen von Projekten wie INTEGRATIV nicht erreicht wird. Angesichts der Erfahrungen im Projekt mahnte er eine intensive Auseinandersetzung mit den Themenbereichen Gesundheit, Kinderbetreuung und Mobilität an, da hier nicht selten Hemmnisse für eine Arbeitsaufnahme von Langzeitarbeitslosen zu finden seien.

Offene Diskussion