Interkulturelle Jugendbegegnung in Chemnitz

Interkulturelle Jugendbegegnung in Chemnitz

„Wenn muslimische auf christliche Jugendliche treffen“ – unter dieser Überschrift berichtete die Freie Presse über die Jugendbegegnung wir.gemeinsam.vielfältig in Chemnitz. Als sich die Jugendlichen das erste Mal treffen, stehen viele Fragen im Raum: „Was denkt ihr über uns? Was dachtet ihr, als ihr das erste Mal eine Frau mit Kopftuch gesehen habt?“ fragt die eine Seite. „Welche Meinung habt ihr zum christlichen Glauben?“ fragt die andere.

Diskussionsrunde in der Moschee

Am Anfang ist noch einige Unsicherheit zu spüren. Die Jugendlichen beobachten sich, versuchen die anderen einzuschätzen. Den ersten Abend moderieren zwei junge Studierende. Es geht um Schubladendenken, Vorurteile mit denen man konfrontiert wird und die man selbst hat, Individualität und Vielfalt im eigenen Umfeld. Im Laufe des Abends entspinnen sich mehr und mehr Gespräche. Alle merken: Keiner ist ohne Vorurteile und jeder wurde schon mal in eine Schublade gesteckt.

Mädchen mit Kopftuch und Junge beim Basteln

Am zweiten Abend sind sich die Jugendlichen schon vertrauter. Sie reden über die Dinge, die ihnen wichtig sind im Alltag: Während den muslimischen Jugendlichen Religion sehr wichtig ist, ist es bei den Deutschen die Gestaltung ihrer Freizeit. Was die meisten verbindet, sind Familie und Freunde. Als die muslimischen Jugendlichen den christlichen dann die Räume der Moschee zeigen und erklären, wie man sich dort verhält, was dort zu sehen ist und welche Bedeutung das alles für sie hat, kommen nach einer Weile endlich auch die brennenden Fragen zur Sprache, die den Beteiligten schon die ganze Zeit auf der Zunge liegen. Und plötzlich schmilzt das Eis. Es wird erzählt, diskutiert und viel gelacht. „Wir haben heute Abend Grenzen überwunden,“ sagt ein Teilnehmer am Ende der Veranstaltung, „das ist ein tolles Gefühl.“

Die Jugendbegegnung wurde ermöglicht durch den Lokalen Aktionsplan für Demokratie und Toleranz der Stadt Chemnitz