Judentum in Leipzig

Judentum in Leipzig

Am 26.04.2012 führte ARBEIT UND LEBEN Sachsen mit 24 Teilnehmern ein Seminar zum Thema „Judentum in Leipzig“ durch. Es begann nach einer kurzen Einführung mit der Besichtigung der Synagoge der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig in der Keilstraße. Die Teilnehmer bekamen einen Einblick über verschiedenste Traditionen und Gebräuche, wie sie in und auch außerhalb der Synagoge dem jüdischen Glauben zugehörig sind und hatten in einer Gesprächsrunde die Gelegenheit, ihre Fragen mit einem Mitglied der Gemeinde zu diskutieren.

Am Nachmittag wurde unter Führung von Frau Dr. Plowinski von der Ephraim – Carlebach – Stiftung der Rundgang „Jüdische Spuren im Leipziger Waldstraßenviertel“ durchgeführt. Hierbei wurden ehemaligen Zentren jüdischer Ansiedlungen Leipzigs aufgesucht und veranschaulicht, wie sich jüdisches Leben in die wirtschaftliche und politische Entwicklung Sachsens und insbesondere der Stadt Leipzig einbrachte: Durch immensen Fleiß und umfassendes Engagement gelangten die Mitglieder der Leipziger Gemeinde zu Ansehen und Anerkennung in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Die Jüdische Gemeinde bestimmte wesentlich die Entwicklung Leipzigs als Musik-, Handels- und auch Universitätsstadt. Des Weiteren zeigte sie sich sehr innovativ im pädagogisch-schulischen Bereich, hier kann man Ephraim Carlebach als bedeutenden Begründer der jüdischen Schule in Leipzig nennen, und setzte durch prachtvolle Geschäftsbauten dem Stadtbild neue Glanzpunkte.

Der Besuch des Ariowitsch-Hauses, dem Zentrum jüdischer Kultur in Leipzig, war für die Seminarteilnehmer Zeugnis dessen, wie die Religionsgemeinschaft sich nach außen hin öffnet und welche Möglichkeiten geboten werden, Verständnis für die jüdische Gemeinschaft und deren Religion dem Menschen nahe zu bringen. Dabei stand die Ausstellung zur Geschichte und Gegenwart der Juden in Leipzig im Mittelpunkt. Beleuchtet wurde insbesondere die jüdische Gemeinschaft zu DDR-Zeiten. In der abschließenden Diskussionsrunde konnten die Teilnehmer des Seminars feststellen, wie wichtig und notwendig es ist, für mehr Toleranz im Umgang mit Menschen unterschiedlicher religiöser Neigungen einzutreten. Aus der Geschichte der Stadt Leipzig wird ersichtlich, dass durch die Bewahrung religiöser Identität Beispielhaftes geschaffen werden kann, nicht zuletzt in dem man den Menschen ein wirkliches Zuhause bietet.