Projekt “Heimat, deine Sterne” zu Gast in Rechenberg-Bienenmühle

Projekt

Der ländliche Raum steht selten im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung. Mit “Heimat, deine Sterne” ist ein Projekt gestartet, welches sich gerade mit solchen Regionen abseits der Ballungszentren beschäftigt. Das intergenerative Modellprojekt richtet sich an Menschen unterschiedlichen Alters aus fünf ländlichen Regionen der ostdeutschen Bundesländer.

In Sachsen wurde die Gemeinde Rechenberg-Bienenmühle ausgewählt. Der ca. 2.100 Einwohner zählende Touristenort befindet sich idyllisch gelegen am Oberlauf der Freiberger Mulde unmittelbar an der tschechischen Grenze im Osterzgebirge. Die nächsten größeren Städte sind Dresden und Chemnitz in jeweils ca. 50 km Entfernung. Bekannte Orte in der Nachbarschaft sind Seiffen, überregional bedeutend für seine erzgebirgische Volkskunst und Weihnachtsfiguren; Altenberg/Zinnwald, bekannt durch das Wintersport-Leistungszentrum und den zu DDR-Zeiten wichtigen Grenzübergang, sowie die historische Bergbau- und Universitätsstadt Freiberg als wirtschaftliches Zentrum der Region. Ziel des Projektes ist es, mit den Teilnehmenden aus der Gemeinde über ihre Verbundenheit mit ihrer Region und ihr gesellschaftliches Engagement in Austausch zu treten und dies mit einer filmischen Langzeitdokumentation zu verbinden. Im Zentrum steht dabei der Begriff “Heimat”, an dem neben der regionalen Verbundenheit auch die sozialen, politischen und ökonomischen Veränderungen der letzten Jahre aufgezeigt werden.

Das Filmteam um den Regisseur Thierry Bruehl war zu seinem ersten Drehtermin am 23. und 24.02.2012 vor Ort. Es traf sich im Jugendklub “Knobelhütte” mit ortsansässigen Jugendlichen, lernte im Gespräch mit dem Skiliftbetreiber die touristische Bedeutung des Ortsteils Holzhau kennen, erfuhr beim Vorsitzenden des Heimatgeschichtsvereins mehr über die Ortsgeschichte, führte Interviews mit Menschen, die bewusst ihren Lebensmittelpunkt im Ort gewählt haben und sprach mit dem Bürgermeister über die Entwicklung des Ortes.

Gezeigt werden soll, wie die Menschen in dem Ort wirklich leben, wie sie denken und fühlen, welche guten Seiten und welche Probleme es gibt. Bei Außenstehenden, insbesondere bei “Stadtmenschen” oder Menschen aus den “alten” Bundesländern, besteht vielfach eine große Unkenntnis über die Lebenssituation in ländlichen Regionen Ostdeutschlands. Nicht selten ist dieses Bild von Vorurteilen und Klischees geprägt. Die Gesprächspartner stellen ihren Ort vor und geben Einblicke in ihren Alltag. Beeindruckt war das Filmteam von der Heimatverbundenheit der Leute, die in dieser landschaftlich reizvollen Gegend leben.

ARBEIT UND LEBEN Sachsen setzt die Arbeit nun fort. Eine Reihe von Veranstaltungen zum Themenfeld “Heimat” werden kontinuierlich durchgeführt. Weitere Drehterminen folgen im Sommer und Herbst. Es wird sich dabei in einer Art Mosaik aus den unterschiedlichen Beiträgen dem Begriff “Heimat” genähert und dieser greifbar gemacht. Gezeigt werden soll der Film einmal in ganz Deutschland.

Träger des Projekts ist der Bundeskreis ARBEIT UND LEBEN in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung. Das Projekt wird aus Mitteln des Bundesprogramms “Zusammenhalt durch Teilhabe” finanziert. In Sachsen wird das Projekt durch ARBEIT UND LEBEN Sachsen vor Ort durchgeführt.