Gegen weitere Schlagzeilen über Rechtsextremismus und für die Stärkung der Demokratie im Landkreis der Sächsischen Schweiz haben Jugendliche des Pestalozzi- Gymnasiums Heidenau ihre Stimme erhoben. Aus einer von ARBEIT UND LEBEN Sachsen organisierten Bildungsreise nach Israel im Jahre 2004 entwickelten sie ein Theaterstück mit dem Titel "Spurensuche - ohne Vergangenheit keine Zukunft".
Entstehungsgeschichte
Gemeinsam mit ARBEIT UND LEBEN Sachsen bereiteten sich die Jugendlichen auf den Besuch der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem und Interviews mit Holocaust – Überlebenden vor, die ihre Kindheit in Deutschland verbracht hatten, wegen der Judenverfolgung aber ihre Heimat verlassen mussten. Auch die Reise nach Israel sowie die Organisation und inhaltliche Durchführung der Reise wurden von ARBEIT UND LEBEN Sachsen realisiert. Aus den Informationen, ihren Eindrücken und Gefühlen erarbeiteten die Schüler/-innen der Abiturstufe mit der Leiterin der Theatergruppe Frau Christiane Meck eine Collage. Von Alltagsszenen in der Schule spannen sie den Bogen hinüber zur Verunglimpfung, Beschimpfung und Verfolgung der Juden. Sie zeigen Ausschnitte aus dem persönlichen Leidensweg ihrer Interviewpartner/-innen, die sie betroffen machen. Mit dem Bewusstsein, das eines Tages keine Zeitzeugen mehr über den Holocaust berichten können haben sich die jungen Schauspieler/-innen das Ziel gesetzt, nicht durch Fakten, sondern in Eindrücken die Unmenschlichkeit von damals darzustellen. Leidenschaftlich setzen sie sich mit den Erscheinungen von Gewalt, Demütigung, Hass und Ausgrenzung auseinander. Mit ihren Aufführungen wenden sie sich vor allem an Jugendliche ihres Alters und bieten ihnen das Nachdenken und couragierte Handeln gegen Vorurteile, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus an.
Das Projekt
ARBEIT UND LEBEN Sachsen verbindet mit diesem Projekt die Erarbeitung didaktischen Materials als Handreichung für Themen in der Schule, die sich mit Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus über die Aufführung des Theaterstückes hinaus nachhaltig beschäftigen. Die Aufführungen des Theaterstückes werden öffentlich gemacht und in einem Videofilm sowie Bildern dokumentiert. Jugendliche spielen für Jugendliche Theater, vermitteln künstlerisch eigene Betroffenheit von Schicksalen, in denen Zeitzeugen unmenschlicher Behandlung sowie der ständigen Gefahr des Todes ausgeliefert waren in Eindrücken. Das ist eine Ebene, in der die Auseinander-setzung mit Humanismus, Courage für Demokratie und gegen Vorurteile zwischen Jugendlichen untereinander erfolgt. Wir sehen darin den innovativen Ansatz unseres Projektes, der mit der Verknüpfung von Bildungs- und Erlebnisaspekt verbunden wird.
Förderung: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend / CIVITAS
Laufzeit: 2006