Staatsminister Martin Dulig war zu Gast auf Fachtag zum Thema Berufsbildung

Staatsminister Martin Dulig war zu Gast auf Fachtag zum Thema Berufsbildung

Am 26.02.2015 fand der Fachtag „Das Handwerk gestaltet Berufsbildung der Zukunft – ein Beitrag zur gemeinsamen Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung” statt und bot den Rahmen, über nachhaltige Unternehmensführung, Berufsorientierung und Berufsausbildung sowie über Fachkräftegewinnung im Handwerk zu diskutieren.

97 Teilnehmende aus Politik, Handwerk, Gewerkschaft, Bildung sowie Schul- und Arbeitsverwaltung des Freistaats Sachsen folgten der Einladung des DGB Sachsen, der drei sächsischen Handwerkskammern und von ARBEIT UND LEBEN Sachsen e. V. in das Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer Chemnitz.

Der Fachtag gab den Raum für einen regen Erfahrungsaustausch. „Wichtige Rahmenbedingungen für eine flächendeckende, zielorientierte und gut strukturierte Berufsorientierung, Ausbildung und weitere Aktivitäten zur Gewinnung von Fachkräften für das sächsische Handwerk wurden diskutiert“, bilanzierte Frank Schott, Geschäftsführer von ARBEIT UND LEBEN Sachsen e. V.

Eröffnet wurde der Fachtag mit Grußworten von Iris Kloppich, DGB-Chefin von Sachsen, Dietmar Mothes, Präsident der Handwerkskammer Chemnitz, sowie Frank Schott, Geschäftsführer von ARBEIT UND LEBEN Sachsen.

Iris Kloppich, DGB-Chefin von Sachsen, bekräftigte, dass die Bedeutung der Berufsbildung sowie die Attraktivität der Ausbildung in sächsischen Handwerksbetrieben für die Jugendlichen gestärkt werden müssen. Es bedarf einer Steuerungsgruppe der Entscheider in der Berufsbildung als gemeinsames und zentrales Gremium in Sachsen und gute Beispiele gilt es zu vernetzen.

In seinem Eingangsstatement betonte Dietmar Mothes, Präsident der Handwerkskammer Chemnitz, dass für eine erfolgreiche Ausbildung die partnerschaftliche Zusammenarbeit von Eltern, Schule und Unternehmen entscheidend sei.

Martin Dulig, Sachsens Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, hob einmal mehr hervor, dass ihm „die Förderung und Stärkung der dualen Ausbildung ein zentrales Anliegen ist. Es ist wichtig, dass junge Handwerker mit einem soliden Rüstzeug ins Berufsleben starten. Nur gut ausgebildete Handwerker würden dabei helfen, Sachsen weiter voran zu bringen. Man könne auf kein Talent verzichten. Es müssten Rahmenbedingungen geschaffen werden für Formen produktiven Lernens, um Kompetenzen zu vermitteln statt Wissen.

Über Fachkräftestrategien des Handwerks sprach Hendrik Voß, Referatsleiter Abteilung Berufliche Bildung beim Zentralverband des Deutschen Handwerks e. V. und führte interessante Ansätze zu einem ganz neuen Modell der „höheren Berufsbildung“ aus.

Die Ausführungen von Matthias Anbuhl, Abteilungsleiter Bildungspolitik und Bildungsarbeit beim DGB-Bundesvorstand zur Lage auf dem Ausbildungsmarkt, zu Unterstützungsmöglichkeiten von Jugendlichen mit schlechteren Startchancen, zu Ausbildungsqualität und Möglichkeiten der Berufs- und Arbeitsweltorientierung sowie zur beruflichen Weiterbildung wurden interessiert aufgenommen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde die Zusammenarbeit von Schule und Handwerk, die Situation der Berufsorientierung und Gewinnung von Fachkräftenachwuchs im Handwerk in den Fokus gestellt. An der Podiumsdiskussion nahmen Vertreter/-innen der drei sächsischen Handwerkskammern, des DGB und der Arbeits- und Schulverwaltung teil.

Jörg Heynold, Leiter der Regionalstelle Chemnitz der Sächsischen Bildungsagentur mahnte, dass mehr Quereinsteiger fit gemacht und Zugang zu Berufsschulen erhalten sollten, um die Situation in den Schulen zur Deckung des Lehrerbedarfs zu entspannen.

Petra Schlüter, Bereichsleiterin Arbeitsmarkt bei der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit, plädierte für eine stärker praxisorientierte Berufsorientierung und flächendeckende Angebote.

Die Gäste des Fachtages beteiligten sich rege an der Diskussion und waren sich einig, dass Berufsorientierung praxisorientiert und frühzeitig – bereits in Kindergarten und Grundschule – ansetzen muss und es dringend einer Ausweitung auf die Gymnasien bedarf. Konsens fand ebenso das Erfordernis eines regionenübergreifenden Tickets für Regional- und Nahverkehr für Schüler und Auszubildende sowie die Anpassung der bestehenden ausbildungsbegleitenden Hilfen an die Anforderungen der Praxis.

Die große und positive Resonanz auf den Fachtag zeigt deutlich, dass es einem weiteren fachlichen Austausch und weiteren Diskussionen zu den Themen Berufsbildung, Berufsorientierung und Fachkräftegewinnung im Handwerk bedarf. Eine Fortführung des Fachtages ist angedacht.

Download der Präsentationen

Das Handwerk im Kampf um die besten Köpfe - Fachkräftestrategien des Handwerks_Hendrik Voß, Referatsleiter Abteilung Bildung ZDH e. V. (712)
Informationsoffensive Berufliche Bildung - praktisch unschlagbar_Matthias Anbuhl, Abteilungsleiter Bildungspolitik und Bildungsarbeit DGB-Bundesvorstand (426)
Best-Practice-Beispiel zur Fachkräftegewinnung im Handwerk_Thomas Graupner Vorsitzender AK SchuleWirtschaft (654)
Die Stadt als Spielfeld - Berufsorientierung einmal anders_ARBEIT UND LEBEN Sachsen (424)
Mut zu Veränderungen - Beschluss des Landesausschusses für Berufsbildung_Karl-Heinz Herfort, Leiter Hauptabteilung Berufsbildung HWK DD (646)

Impressionen vom Fachtag Handwerk
Fachtag Handwerk 26.02.2015 - Impressionen (494)