Stellungnahme zur Beteiligung rechter Verlage an der Leipziger Buchmesse 2018

Stellungnahme zur Beteiligung rechter Verlage an der Leipziger Buchmesse 2018

ARBEIT UND LEBEN Sachsen beteiligt sich auch in diesem Jahr wieder mit vielfältigen Angeboten an der Leipziger Buchmesse und ist bestrebt, die Kooperation auch in der Zukunft fortzusetzen. Gleichzeitig gilt es jedoch, nicht wegzuschauen, wenn rechte Verlage und Akteure im Rahmen der Buchmesse den Raum besetzen und eine Atmosphäre der Angst schaffen. Die Ereignisse auf der Frankfurter Buchmesse 2017 sollten Warnung genug sein.

ARBEIT UND LEBEN Sachsen setzt sich auf überparteilicher Basis für die Entwicklung demokratischer Werte in einer Gesellschaft mit gegenseitigem Respekt für verschiedene Meinungen, Lebensentwürfe und Kulturen ein, wobei jeder Mensch mit seinen individuellen Interessen, Bedürfnissen und auch Ängsten im Mittelpunkt der Bildungsangebote steht. Entscheidend ist hierbei auch ein entschlossenes Eintreten gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Diskriminierung.

Daher unterstützt ARBEIT UND LEBEN Sachsen das Statement des Aktionsbündnisses „Verlage gegen Rechts“:

„Wir, die unterzeichnenden Verlage, Initiativen und Einzelpersonen, stehen für eine offene Debatte, einen Streit um die richtigen Ideen, um die Gesellschaft voranzubringen. Wir treten für die Teilhabe möglichst vieler Menschen an Literatur, Kultur und Bildung ein. Dabei spielt es keine Rolle, welche Herkunft, Sprache, sexuelle Identität und Orientierung oder Religion jemand hat. Wir wehren uns gegen die Ausgrenzung von Menschen aus diesen Gründen in jeder Form – politisch, sozial oder kulturell.

In krassem Gegensatz zu solch einer grundsätzlich offenen Haltung stehen rechte Medien, die seit Jahren auf der Leipziger Buchmesse präsent sind. Gerade Compact als Sprachrohr von PEGIDA und insbesondere des rechten Flügels der AfD steht nicht für Freiheit – weder für die Freiheit der Menschen noch für die Freiheit der Worte. Rechte Medien hetzen gegen die Presse, verbreiten Verschwörungsmythen und treten offen rassistisch, frauenverachtend und homofeindlich auf. Ihre Positionen sind keine Diskussionsbeiträge, denn an einem Austausch sind sie nicht interessiert. Sie sind die Scharfmacher*innen, in deren Windschatten sich Gewalttäter*innen bewegen. Die Zunahme der Angriffe gegen Geflüchtete und deren Unterkünfte in Deutschland sowie gegen Menschen, die optisch vermeintlich keine „Deutschen“ sind, ist ein Beleg dafür.

Wir werden diesen Zustand nicht ohne Protest hinnehmen. Wir fordern die Leipziger Buchmesse auf, aus den verbalen Bekenntnissen zu demokratischen Grundsätzen Konsequenzen zu ziehen und Raum für Meinungsfreiheit zu bieten. Die Buchmesse ist ein Ort, an dem Buchverlage sowie Medien aller Gattungen und Besucher*innen zusammentreffen und miteinander in Austausch treten, politisch und kulturell. Wir wollen in die Diskussion gehen, möchten auf der Buchmesse über rechte Hetze und Diskriminierung sprechen. Wir laden Verlage, Autor*innen, Journalist*innen und Besucher*innen der Leipziger Buchmesse dazu ein, unter dem Motto #verlagegegenrechts Position zu beziehen. Wir nehmen die Präsenz völkischer, nationalistischer und antifeministischer Verlage nicht wort- und tatenlos hin. Und werden wie in den letzten Jahren Protest organisieren, wo immer wir auf sie treffen.“