„Theater für das Interkulturelle Lernen“

„Theater für das Interkulturelle Lernen“

Im Rahmen des Projektes „Interkulturelles Lernen in der Kindertagesstätte“ führten wir am 14. Juni 2013 in Dresden mit 15 bereits aktiven und zukünftigen Patinnen und Paten, Menschen mit Migrationshintergrund aus Chemnitz, Leipzig, Markkleeberg, Görlitz und Zittau, den ersten landesweiten Workshop durch. Gemeinsam mit der Theaterpädagogin Anne Swoboda aus Görlitz wurde erprobt, wie interkulturelles Theater mit Vorschulkindern von Patinnen und Paten in der Praxis umgesetzt werden kann. So konnten die Teilnehmenden die Handhabung von Handpuppen üben, lernten unterschiedliche theaterpädagogischen Methoden kennen und wurden für die Interkulturalität von Märchen sensibilisiert. Darüber hinaus erhielten die Teilnehmenden Informationen über die verschiedenen Anerkennungsverfahren von im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen in Sachsen durch EXIS e.V. Ebenfalls wurde vorgestellt, welche Möglichkeiten es gibt, den Erzieher-/-innenberuf in Sachsen zu erlernen – am Bespiel der DAA, Fachschule für Sozialwesen Dresden.

Insgesamt sind im Jahr 2013 bisher 11 Kindertagesstätten in das Projekt involviert, bereits 13 Patinnen und Paten sind aktiv, weitere warten auf ihren Einsatzbeginn ab September. Diese sind vom Beruf Erzieher/-innen, Lehrer/-innen, Ingenieur/-innen, Jurist/-innen, Journalist/-innen oder Fotograf/-innen, leben zwischen einem Jahr und über 20 Jahren in Deutschland und kommen aus den verschiedensten Gegenden der Welt: aus Polen, Russland, Slowakei, Bulgarien, Moldawien, Usbekistan, Kasachstan, Aserbaidschan, Vietnam, Indonesien, Iran, Libanon, Palästina, Marokko oder Spanien. Gemeinsam haben alle Patinnen und Paten, die Freude mit Kindern zu arbeiten, ihre Heimatländer und Kulturen erlebbar zu machen und, ihr Wissen und Erfahrungen weitergeben zu können. Sie erfüllen das Projekt in der praktischen Umsetzung in den Kindertageseinrichtungen mit Leben.

Mit dem Projekt „Interkulturelles Lernen in der Kindertagesstätte“ stärken wir Toleranz, Weltoffenheit und Demokratie bereits in den Kinderschuhen und wirken damit antidemokratischen sowie fremdenfeindlichen Einstellungen frühzeitig aktiv entgegen. Dieses Ziel verfolgen wir mit einem durch den Sächsischen Innovationspreis Weiterbildung 2008 prämierten Bildungsansatz, der seitdem in vielen Regionen Sachsens weitergeführt wurde, im Jahr 2013 in Kooperation mit den Volkshochschulen Leipziger Land, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Dreiländereck, Görlitz und Chemnitz in den entsprechenden Volkshochschulregionen. Menschen mit Migrationshintergrund leisten dabei gemeinsam mit den Erzieher/-innen interkulturelle Bildungsarbeit in Kindertagesstätten. Durch wöchentliches Mitwirken der Patinnen und Paten in der pädagogischen Arbeit der Kitas werden im interkulturellen Austausch und damit durch direkte Auseinandersetzung mit dem Anderssein und Fremdsein Barrieren abgebaut. Die Patinnen und Paten bringen ihre eigenen Ideen ein, planen Veranstaltungen, spielen mit den Kindern und regen zum Fragen und Antworten an. Interkulturalität wird dabei ein Stück gelebte Normalität. Zusätzlich finden Workshops mit Erzieher/innen, der Leitung, den Patinnen und Paten, Eltern sowie Zwischen- und Abschlussreflexionen statt. Hauptanliegen des Projektes ist es, Strukturen und ein Bewusstsein zu schaffen, das für vielfältige Lebensformen sensibilisiert, um so Ausgrenzung und Diskriminierung vorzubeugen. Mit einfach einzusetzenden Mitteln wirkt das Projekt sowohl in die frühkindliche Bildung als auch die elterliche Erziehung hinein.

Bild: Mahmoud Dabdoub