Veranstaltungshinweis: Freihandel & Flucht – Vortrag und Diskussion mit Werner Rätz (Attac)

Veranstaltungshinweis: Freihandel & Flucht – Vortrag und Diskussion mit Werner Rätz (Attac)

© Lidija Delovska (für Attac)

Am 21. November 2017 (18:00 Uhr) organisiert ARBEIT UND LEBEN Sachsen eine Veranstaltung zu den Themen Freihandel und Flucht mit Werner Rätz von Attac. Interessierte sind zum Vortrag sowie zur anschließenden Diskussion mit dem Referenten herzlich ins Seminarzentrum von ARBEIT UND LEBEN Sachsen in der Löhrstraße 17 in Leipzig eingeladen.

Freihandel soll Wachstum schaffen, Arbeitsplätze und Einkommen, davon scheint alle Welt überzeugt. US-Präsident Trump glaubt auch an dieses Wachstum, nur eben, dass zu viel davon bei anderen Staaten und zu wenig in den USA ankomme.

Ein genauerer Blick auf das anscheinend so Selbstverständliche lohnt sich. Mexiko unterzeichnete vor mehr als zwei Jahrzehnten ein Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada, wurde ärmer und viele Menschen verließen das Land in Richtung USA. Der angestrebte Mauerbau Trumps gegenüber Mexiko als daraus resultierende Folge ist bekannt.

In mehreren afrikanischen Staaten wurden lokale Agrarmärkte unter der Konkurrenz europäischer Billigprodukte zerstört. Sogenannte Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPAs) zwingen fast allen Ländern in Afrika ein Handelsregime auf, das Armut, Einkommens- und Perspektivlosigkeit sowie Landflucht fördert.

Diejenigen, die das Geld aufbringen können oder die nichts mehr zu verlieren haben, versuchen nach Europa zu gelangen. Dort werden sie als „Wirtschaftsflüchtlinge“ stigmatisiert und möglichst rasch wieder zurückgeschafft. Dieser Kreislauf ist nicht nur zutiefst unmenschlich, er ist für die europäischen Staaten auch wirtschaftlich unnötig.

Nur zwei Prozent des deutschen Außenhandels gehen nach Afrika, im europäischen Durchschnitt ist es ähnlich. Dagegen ist Europa für viele afrikanische Länder die wichtigste Handelsregion. Eine faire Partnerschaft könnte vielen Menschen die Aussicht auf eine stabile Lebenssituation in ihrer Heimat geben und damit die Chance, dort zu bleiben.

Die Veranstaltung ist kostenfrei und wird durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen gefördert.