Veranstaltungsreihe „Vielfalt als Chance“

Veranstaltungsreihe „Vielfalt als Chance“

Seminar "Afghanistan: Ein Land im Transformationsprozess"

Die Welt rückt immer näher zusammen. So treffen in der Arbeits- und Lebenswelt häufiger unterschiedliche Menschen mit individuellen Persönlichkeitsmerkmalen und vielfältigen Lebensstilen und Lebensentwürfen aufeinander. Doch nach wie vor gilt für Deutschland, dass Zugewanderte mit Migrationshintergrund schlechtere Chancen auf einen Arbeitsplatz haben.

Im Rahmen einer Seminarreihe bietet ARBEIT UND LEBEN Sachsen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, sich über Themen wie Islam, europäische und deutsche Asylpolitik sowie Flucht und Migration zu informieren und auszutauschen.

Bereits vier der zehn Seminare wurden durchgeführt und erfreuten sich großer Resonanz.

In einer Podiumsdiskussion zum Thema „Herausforderungen von Flucht und Migration“ am 20.09.2016 führte der Moderator Öczan Karadeniz mit den Podiumsgästen Wolfgang Grenz (Amnesty International) und Dr. Anna Mrozek ( Uni Leipzig, Rechtsanwältin ) eine erkenntnisreiche Diskussion über Asylverfahren, Rechtsprechung und aktueller individuellen Fluchtgeschichten. Zudem wurden auch Vergleiche zu historischen Migrationen unternommen um zum Beispiel Ressentiments gegenüber Fluchtgründen abzubauen. Im Anschluss daran konnten die ca. 50 Teilnehmenden Fragen zu den Dublinverfahren, Europa als Wertegemeinschaft im Kontext einer aktuell vermissenden gemeinsamen Migrationspolitik u den Entwicklungen Europas in Menschenrechtsfragen stellen.  Durch die Teilnahme einer Gebärdendolmetscherin (Kristin Lehmann) konnte die Veranstaltung teilweise barrierefrei gestaltet werden.

Im Seminar „Afghanistan: Ein Land im Transformationsprozess“ am 21.09.2016 konnten sich rund 30 Teilnehmende in der Galerie für Zeitgenössische Kunst durch den Vortrag
Dr. Kefa Hamidis (Uni Leipzig, ZEOK e.V) ein Bild von der Entwicklung des Landes der letzten 10 bis 15 Jahre machen. Dabei konnten in der anschließenden sehr regen Austauschrunde Herausforderungen und Chancen für einen gelingenden Transformationsprozess des Landes besprochen und erläutert werden. Mit der Veranstaltung ist es gelungen, die Entwicklungen des Landes sensibler verfolgen und Medienberichte besser einordnen zu können. Im Anschluss führte Tristan Schulze (Dozent für angewandte Gestaltung) in die Projektpräsentation zum Thema Identität ein, die innerhalb von zwei Tagen gemeinsam mit Schüler/-inne der Oberschule Paunsdorf und Auszubildenden für Erzieher/-innen der Heimerer Schulen in Leipzig gemeinsam mit geflüchteten Jugendlichen erstellt haben. In der Austauschrunde konnte erkannt werden, dass diese Methode der kulturellen Bildung besonders auch als eine der bildungspolitischen geeignet wäre, hinsichtlich Annäherung, Abbau von Ressentiments und Vorurteilen, da damit ein einfaches Angebot zum Kennenlernen geschaffen wurde.

Im Workshop „Syrische Alltags- und Lebenswelten“, der am 22.09.2016 im Haus der Demokratie stattgefunden hat, erhielten die Teilnehmenden über Videos und Berichte von Syrern und Syrerinnen authentische Einblicke in die alltäglichen Herausforderungen, vor denen die Bevölkerung in ihrem Land steht. Nach einem kurzen historischen Überblick über die Entwicklung des Landes bis zur Revolution 2011 zeigte die Referentin Sophie Bischoff (Adopt Revolution) u.a. den Schulalltag von Kindern, beleuchtete aber auch Haftbedingungen und den Protest der Opposition.

Weitere Veranstaltungen zum Thema finden Sie hier: http://www.arbeitundleben.eu/vielfalt-als-chance-in-der-arbeits-und-lebenswelt-gegen-die-ausgrenzung-von-zugewanderten/