Vorsitzende von ARBEIT UND LEBEN Sachsen zur Vorsitzenden des DGB Sachsen gewählt

Vorsitzende von ARBEIT UND LEBEN Sachsen zur Vorsitzenden des DGB Sachsen gewählt

Der DGB-Bezirk Sachsen hat eine neue Führungsspitze. Die 57-jährige Iris Kloppich aus Grumbach bei Dresden, 1. Vorsitzende von ARBEIT UND LEBEN Sachsen, wurde von der 6. Ordentlichen DGB-Bezirkskonferenz am 23.01.2010 in Chemnitz zur neuen Vorsitzenden gewählt. Sie erhielt 81 von 96 abgegebenen Stimmen. Das entspricht einem Ergebnis von 84,4 Prozent. Sie tritt die Nachfolge von Hanjo Lucassen (65) an, der 19 Jahren an der Spitze des Verbandes stand. Er geht in den Ruhestand und hatte deshalb nicht mehr kandidiert.

„Erster Schwerpunkt ist das Thema «Soziale Gerechtigkeit»“, sagte die neue Vorsitzende. Sie kündigte an, dass der Kampf für einen flächendeckenden Mindestlohn, gegen die „Rente mit 67“ sowie gegen Gesundheitsreform in diesem Jahr fortgesetzt werden solle. Es sei ungerecht, wenn Studien zufolge rund jeder Vierte in Sachsen im Niedriglohnbereich arbeite. Ebenso ungerecht sei die geplante Einführung einkommensunabhängige Beiträgen bei der Gesundheitsversicherung. Kloppich ermutigte Gesundheitsministerin Christine Clauß (CDU), am Widerstand gegen diese Pläne festzuhalten.

Die Gewerkschaften in Sachsen haben aus Sicht des ehemaligen DGB-Bezirksvorsitzenden Hanjo Lucassen in den vergangenen 20 Jahren entscheidend zur wirtschaftlichen Stärke des Freistaates beigetragen. „Wir haben dafür gestritten, wenn es darum ging, Arbeit zu erhalten, soziale Gerechtigkeit zu schaffen und Arbeitslosigkeit zu beseitigen“, sagte er bei der Konferenz. Den Gewerkschaften sei es zu danken, dass in den 90er Jahren viele Betriebe unter anderem des Fahrzeug- und Maschinenbaus, der Stahlerzeugung, des Braukohlebergbaus oder die Bahnwerke erhalten blieben.

Zuvor hatte der DGB-Bundesvorsitzende Michael Sommer ein Umdenken der Gesellschaft gefordert – hin zu mehr Gemeinsinn, Solidarität, Gerechtigkeit und Achtung von Arbeit. „Wir brauchen ein neues Bekenntnis zum Sozialstaat“, sagte Sommer. Das vergangene Jahrzehnt sei für die Arbeitnehmer kein gutes gewesen. Es habe unter anderem Sozialabbau, Hartz IV, die Rente mit 67, Reallohnverluste und eine nicht für möglich gehaltene Ausweitung des Niedriglohnsektors gebracht. Der Kern einer zukunftsfähigen Gesellschaft sei aber soziale Balance. Deshalb werde es in den Auseinandersetzungen der kommenden Jahre vor allem um die gerechte Finanzierung des Sozialstaates gehen. Sommer bekräftigte die Forderung nach gesetzlich verankerten Mindestlöhnen. Prekäre Beschäftigungsverhältnisse wie Ein-Euro-Jobs, Praktikas, Leiharbeit oder befristete Arbeitsverträge müssten wieder eingedämmt werden.