2019 ist das Jahr der Jubiläen. Vor 100 Jahren wurde der Freistaat Sachsen gegründet, 1949 entstand mit der Verabschiedung des Grundgesetzes die Bundesrepublik Deutschland und 1989 wurde von Sachsen aus mit der Friedlichen Revolution der Grundstein für die Wiedervereinigung des geteilten Deutschland gelegt.

Nach wie vor prägt der Einigungsprozess die Lebensrealität vieler Menschen in Sachsen. Auf der einen Seite hat dieser Prozess gewaltige Kräfte freigesetzt und enorme Aufbauleistungen in Ostdeutschland mit sich gebracht. So flossen seit der Wiedervereinigung rund 1,6 Billionen Euro öffentlicher Gelder in den Aufbau Ost. Andererseits bedeutete die deutsche Einheit für Ostdeutschland nicht nur die Einführung eines neuen politischen und wirtschaftlichen Systems sondern oftmals auch enorme biographische Brüche für die hier lebenden Menschen.

Trotz aller Anstrengungen in den vergangenen 30 Jahren gibt es immer noch deutliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland:

  • Der durchschnittliche Bruttoverdienst von Vollzeitbeschäftigten stagniert in Ostdeutschland seit Jahren bei etwa 80% des westdeutschen Niveaus.
  • Die Wirtschaftskraft in Ostdeutschland erreichte 2017 rund 73% der Wirtschaftskraft Westdeutschlands und die Angleichung erfolgt nur langsam.
  • Die Tarifbindung ist in Ostdeutschland deutlich geringer als in Westdeutschland.

Auch in der politischen Kultur gibt es bis heute Unterschiede zwischen West und Ost, die immer wieder auch zu Diskussionen bis hin zu gegenseitigem Unverständnis führen. So ist der Anteil der Menschen, die eine autoritäre Diktatur befürworten oder über ein geschlossen rechtsextremes Weltbild verfügen laut der Leipziger Autoritarismus-Studie 2018 in Ostdeutschland höher als in Westdeutschland. Gleichzeitig sind laut der gleichen Studie die Zustimmungswerte zur Demokratie als Idee und zur Demokratie, wie sie in der Verfassung festgelegt ist, in Ostdeutschland höher wohingegen die Zustimmung zur Demokratie wie sie in der Bundesrepublik Deutschland funktioniert in Westdeutschland stärker ausgeprägt ist.

Wo also stehen wir 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution? Was wurde in den vergangenen drei Jahrzehnten erreicht und vor allem was ist in den kommenden Jahren zu tun? Darüber möchten wir in eine Diskussion treten und Perspektiven aus Wissenschaft, Gewerkschaft und Politik zu Wort kommen lassen.

Gäste

Prof. Dr. Klaus Dörre, Friedrich-Schiller-Universität Jena

Rico Gebhardt, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE. im Sächsischen Landtag

Jörg Kiesewetter, Mitglied der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag

Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration

Stefan Körzell, Mitglied im Geschäftsführenden Bundesvorstand des DGB

Katja Meier, Mitglied der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag

Moderation: Antonie Rietzschel, Journalistin

 

Interessierte melden sich bitte unter folgender E-Mail-Adresse verbindlich für die Fachveranstaltung an:

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