Der Djihadismus als militante Form des Islamismus stellt heute eine der größten sicherheitspolitischen und entwicklungspolitischen Herausforderungen dar. Der Todeskult, die raffinierte Propaganda und das tiefenpsychologische Angebot an die Selbstmordattentäter sind zunächst bedeutende Aspekte der Psychologie des Djihadismus. Jedoch führt die Analyse darüber hinaus: Djihadismus ist nicht nur narzisstische Psychopathologie, sondern verfügt tatsächlich über eine eigene psychologische Strategie. Die terroristischen Akte wollen den Gegner in die Identifikation mit dem Aggressor oder in die Flucht zwingen. Dafür braucht der Djihadismus rational expandierende Netzwerke, Ideologen, Finanziers, die ihn für eine theologische Notwendigkeit halten und verteidigen. Die wichtigste Triebkraft des Djihadismus ist ein antisemitisches Weltbild, in dem Sexualität, Emanzipation, Homosexualität, Demokratie, Säkularisierung und Lebenslust mit dem Judentum identifiziert und bekämpft werden. Dass dieses Prinzip des Kampfes gegen das Leben erfolgreich wird, liegt sowohl in der Theologie des Islam begründet als auch in der tiefen Ambivalenz der westlichen Gesellschaften in der Haltung zur Freiheit.

Der Workshop wird in die theologischen Quellen des Djihadismus einführen, die zentralen Konfliktpunkte benennen, an denen militanter Djihadismus historisch und in der Moderne entsteht und dann an Ergebnissen der psychologischen Selbstmordattentäterforschung und der Forschung zu islamistischen Guerillas demonstrieren, wie islamischer Terrorismus in verschiedenen Gesellschaften (Indonesien, Nigeria, Afghanistan, Tschetschenien, Somalia, Syrien, Irak, Europa) funktioniert.

Die einzelnen Workshop-Phasen an dieser Stelle nochmals aufgeschlüsselt:

10:00 bis 11:30 Uhr

Begrüßung und erster Block zu Koran und Islam – die Religionspsychologie

11:45 bis 13:15 Uhr

Zweiter Block zur Täterpsychologie

13:15 bis 14:00 Uhr

Mittagspause

14:00 bis 15:30 Uhr

Letzter Block zu islamischem Antisemitismus, Misogynie und Homophobie als psychologischer Strategie und Abschluss

Felix Riedel ist promovierter Ethnologe und freischaffender politischer Bildungsarbeiter, er beschäftigt sich u.a. mit den Themen moderne Hexenjagden, Antisemitismus, Genozide, Islamismus, autoritäre Propaganda und Ökologie.

Die Veranstaltungen werden im Rahmen des Projekts MoDem von ARBEIT UND LEBEN Sachsen in Kooperation mit der PAL durchgeführt.

Kontakt

ARBEIT UND LEBEN Sachsen
Außenstelle Pirna

Königsteiner Str. 2
01796 Pirna

03501 5823933 0341 71005-55