Erstmalig wurde diese Veranstaltung von ARBEIT UND LEBEN Sachsen in Kooperation mit der DGB Region Leipzig-Nordsachsen, dem Konzernbetriebsrat der Leipziger Gruppe und dem Gesamtpersonalrat der Stadt Leipzig ausgerichtet. Besonders erfreulich war das große Vertrauen der Partner in die inhaltliche Konzeption und Umsetzung durch ARBEIT UND LEBEN Sachsen.

Ein inhaltlicher Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf dem Wandel der Arbeitswelt im Zeitalter der fortschreitenden Digitalisierung. Hierbei waren Synergieeffekte mit der Tätigkeit des Zentrum digitale Arbeit (ZdA), welches ARBEIT UND LEBEN Sachsen in die Region Leipzig geholt hat, gewinnbringend – dessen Themenkomplexe fanden bei der Konzeption des Betriebs- und Personalrätetages Berücksichtigung.

Andreas Wenig, Fachbereichsleiter bei ARBEIT UND LEBEN Sachsen, umriss in seiner Begrüßung die Zielstellung der Veranstaltung; auf 30 Jahre Mitbestimmung im Stadtkonzern zurückzublicken, sowie das Thema Gute Arbeit im Wandel in Hinblick auf die aktuellen Veränderungen im Rahmen der Digitalisierung zu beleuchten. Hauptaugenmerk der Veranstalter lag darüber hinaus darauf, den Austausch und die Vernetzung zwischen Personal- und Betriebsräten sowie die gemeinsame Entwicklung neuer Ideen zu ermöglichen.

Diesen Ansatz lobte Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, in seiner Rückschau auf 30 Jahre Kommunale Wirtschaft. Diese sei ein wichtiger Akteur in der wirtschaftlichen Trendwende der Stadt Leipzig in den letzten beiden Jahrzehnten gewesen. Er betonte, dass eine Stadt nicht mit einem privatwirtschaftlichen Unternehmen gleichgesetzt werden könne: „Verantwortliches gemeinwohlorientiertes Handeln einer Stadt ist bedeutsam für deren wirtschaftlichen Erfolg.“

 Anschließend gab es Inputs aus wissenschaftlicher, kommunaler und gewerkschaftlicher Sicht.

Prof. Dr. Hannes Zacher, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Leipzig, gab einen Einblick in die menschliche Psyche im Kontext von Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung in der Arbeitswelt. Als ausgewiesener Experte der Universität Leipzig auf diesem Gebiet ist Prof. Dr. Zacher auch am Zentrum digitale Arbeit (ZdA) beteiligt und konnte im Rahmen seines Inputs wichtige Impulse an das Publikum weitergeben.

Harald Kraus, Arbeitsdirektor der Dortmunder Stadtwerke, richtete seinen Fokus besonders auf die Personal- und Sozialfragen in Unternehmen sowie die Relevanz der Thematik für alle Sozialpartner: „Digitalisierung findet statt. Wir müssen jetzt über den Rahmen diskutieren, wie wir es schaffen können, handlungsfähig zu bleiben, ohne dass die Menschen ausbrennen.“

Ines Kuche, stellv. Landesbezirksleiterin ver.di Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, ergänzte die Inputs aus der gewerkschaftlichen Perspektive. Sie widmete sich den Folgen der Digitalisierung auf Arbeitsprozesse und -beziehungen und warf auch die Frage nach tariflichen Berücksichtigung von Arbeitsleistungen in Zeiten des zunehmenden technischen Fortschritts auf.

Ein Highlight der Veranstaltung sollte die Verleihung des Betriebs- und Personalrätepreises werden. Zuvor hatten die Bewerber, die Gelegenheit gute Betriebs- und Dienstvereinbarungen beim „Markt der Ideen“ vorzustellen. Die Teilnehmenden konnten während des Marktes einen guten Einblick gewinnen und anschließend ihre Stimme für ihren Favoriten abgeben.

Vor der Verkündung des Preisträgers konnten die Teilnehmenden in zwei Fachforen praxisrelevantes Wissen für ihre Betriebs- und Personalratsarbeit erwerben.

Prof. Dr. Wald, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsingenieurwesen der HTWK Leipzig, analysierte anhand verschiedener aktueller Studien die individuellen Bedürfnisse und Wünsche verschiedener Generationen hinsichtlich zukünftiger Arbeitsbedingungen. Uwe Heymann, Richter am Arbeitsgericht Leipzig, widmete sich arbeitsrechtlichen Fragen zu Vertragsinhalten und Vertragsgestaltung in der digitalisierten Arbeitswelt.

Am Nachmittag verkündete Erik Wolf, Regionsgeschäftsführer der DGB Region Leipzig-Nordsachsen den Gewinner des Betriebs- und Personalrätepreises – der Gesamtpersonalrat der Stadt Leipzig mit seiner „Dienstvereinbarung leistungsorientierte Bezahlung“.

Dass es sich um eine rundum gelungene Veranstaltung handelte, befanden nicht nur der Konzernbetriebsrat der Leipziger Gruppe sowie der Gesamtpersonalrat der Stadt Leipzig. Die Frage nach einer möglichen Wiederholung der Veranstaltung wurde von der großen Mehrheit der Anwesenden befürwortet.

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