„Ankommen, Zurechtfinden, Gemeinsam gestalten“ – unter diesem Motto kamen am 28. Januar 2019 etwa 50 Teilnehmende in den Räumlichkeiten der VHS Dresden zusammen, um sich über den aktuellen Stand der Erstorientierungskurse in Sachsen auszutauschen und zukünftige Entwicklungen zu diskutieren. Organisiert wurde die Netzwerktagung von der Landeskoordination Erstorientierung, bestehend aus ARBEIT UND LEBEN Sachsen und dem Sächsischen Volkshochschulverband.

Seit dem 1. September 2017 finden in allen sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen für Asylsuchende (EAE) Erstorientierungskurse statt, die sich sowohl konzeptionell als auch inhaltlich am Modellprojekt Wegweiserkurse der Kooperationspartner ARBEIT UND LEBEN Sachsen und Sächsischer Volkshochschulverband e.V. orientieren. Die Partner wurden dafür mit dem Innovationspreis Weiterbildung des Freistaates Sachsen ausgezeichnet.

ARBEIT UND LEBEN Sachsen übernimmt im Rahmen der Landeskoordination Erstorientierung die Ausbildung von Muttersprachler/-innen zu Kulturmittler/-innen: „Ihr Einsatz trägt wesentlich zur Verständlichkeit wichtiger und komplexer Informationen bei. Kulturmittler/-innen mit Migrationshintergrund sind wichtige authentische transkulturelle Brückenbauer von der Herkunftskultur in die neue Migrationskultur unserer Gesellschaft“, so Geschäftsführer Frank Schott.

Die sächsischen Erstorientierungskurse sind nicht zuletzt aufgrund der Einbindung von Kulturmittler/-innen zum Erfolgsmodell geworden. Dies wurde auch in zwei Podiumsgesprächen deutlich, an denen sich neben Vertreter/-innen der Landeskoordination Erstorientierung auch Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Jürgen Küfner, Direktor der Volkshochschule Dresden und stellv. Vorsitzender des Sächsischen Volkshochschulverbands, Frank Schott sowie Kultur- und Sprachmittler/-innen beteiligten.

In der Workshop-Phase diskutierten die Teilnehmenden Potenziale des Curriculums der Kurse sowie Möglichkeiten des Übergangsmanagements und Vernetzungsmöglichkeiten verschiedener Akteure im Bereich der Migration sowie Mittel und Wege der Teilnehmendengewinnung, um auch zukünftigen Herausforderungen weiterhin erfolgreich zu begegnen. Auch der Transfer von Erfahrungen mit dem sächsischen Modell für andere Bundesländer wurde thematisiert: So hat Bayern das Konzept, muttersprachliche Kulturmittler/-innen einzusetzen, mit Unterstützung von ARBEIT UND LEBEN Sachsen übernommen.

Für die Durchführung der Kurse werden noch dringend Menschen, die Somalisch, Kurdisch (Sorani), Tigrinisch (Frau) und Amharisch sprechen und sich zum/zur Kulturmittler/-in schulen lassen wollen, gesucht. Auch Menschen, die andere Sprachkompetenzen mit sich bringen, können sich gern an die Kontaktadresse wenden, jedoch sind die Sprachen Arabisch und Persisch zum aktuellen Zeitpunkt ausreichend vertreten.

Kontakt

ARBEIT UND LEBEN Sachsen
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Diana Knorr

Team Politische Bildung